Ist das noch meine Welt, mein Land, mein Europa?
- rombachg
- 1. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
In den letzten Monaten haben mich die Ereignisse derart überwältigt, dass ich mich nicht in der Lage gesehen habe, meine Gedanken zu veröffentlichen.
Wenn ein Tier leidet, leide ich mit ihm, wenn ich immer weniger Bienen, Schmetterlinge und andere wertvolle Insekten sehe, macht mich das traurig. Wenn Tiere qualvoll verenden, weil Menschen, die diese Bezeichnung nicht verdienen, Freude daran haben, sie zu töten, möchte ich diese Menschen auch tot sehen.
Wenn Kriege wertvolle Landschaften, wertvolles Leben Mensch wie Tier zerstören, dann sehe ich keine Grund, diese Kriege nicht umgehend zu beenden.
Sehen sie denn nicht, was sie tun.
Ich habe es geliebt, durch Wälder und Wiesen zu streifen, als Kind konnte ich stundelang dem hellblauen Flirren zu schauen, wenn sich Bläulinge auf den Wiesen zu Scharen zusammengefunden haben. Welches Kind erlebt so etwas noch.
Natürlich durchstreifen Menschen auch heute noch gern die Natur.
Was mit unserer Welt passiert sehen sie bei den sonntäglichen Spaziergängen aber nicht.
Es ist herzerwärmend eine Kuhherde zu sehen, Jungtiere, Muttertiere, Kälbchen auf der Weide vereint. Aber hören sie auch die Mutterkühe, die verzweifelt nach ihren Kälbchen rufen, weil sie ihnen kurz nach der Geburt entrissen wurden.
Begreifen sie denn auch, wie oft diese Kühe entgegen ihrer Natur zur Schwangerschaft gezwungen werden, weil Bauern auf diese Weise eine hohe Milchleistung erzielen wollen.
Haben sie vergessen, wie Butterberge vernichtet wurden, hergestellt aus Milch, die eigentlich den Kälbchen zugestanden hätte.
Sehen sie nicht die Kühe, die ihr ganzes Leben in einem dunklen Stall verbringen müssen, so angebunden, dass sie sich kaum bewegen können.
Sehen sie nicht die ausgedorrten Äcker und Wiesen, auf denen nichts mehr wachsen will, weil es nach wie vor Landwirte gibt, die das Bodenleben durch massenhafte Gaben von Pestiziden und Insektiziden vernichtet haben und versuchen diese durch immer mehr Gaben von Düngern auszugleichen, ein gleichermaßen sinnloses wie wertloses Unterfangen.
Sehen sie nicht die verdorrten, ausgetrockneten Bäume in unseren Wäldern, die nicht
mehr die Kraft haben, in dieser Umwelt zu bestehen.

Unsere Welt stirbt still und leise.
Man kann so leicht über dieses sinnlose Sterben über die qualvollen Leben hinwegsehen.
In diesem Jahr haben mich Ereignisse gefangen genommen, die ich unserer fortschrittlichen Welt nicht für möglich gehalten hätte.
Wölfe wurden in das Bundesjagdgesetz aufgenommen. Obwohl es dem EU-Recht widerspricht, sind illegale Abschüsse in unvorstellbarem Maße angestiegen. Es gibt Länder, die 40 Prozent der Welpen zum Abschuss freigegeben haben. Die Ausrottung der Wölfe ist damit bei der hohen Welpensterblichkeit garantiert.
Wölfe sind Garanten für das Gleichgewicht der Natur. Die Natur wird in ungekanntem Maße auf das Fehlen der Wölfe reagieren. Die Pflanzen und Tierwelt wird sich verändern, Pflanzen werden verschwinden, die Vogelwelt wird sich zurückziehen, ganze Tierpopulationen werden auf das Fehlen dieser Regulatoren reagieren.
Wer Wölfe ausrotten will, hat nicht erkannt, um welch wichtiges Bindeglied er die Natur beraubt.

Die Jägerschaft, die inzwischen in erster Linie aus Lizenzjägern besteht, denen Hege und Pflege kein Begriff ist, werden dem Verlust dieser wertvollen, hochsozialen Tiere nichts entgegensetzen können.
Füchse und den Luchs wollen die Jäger ebenfalls regulieren, den Otter. Ein völlig sinnloses, gedankenloses Morden.
Diese Tierarten haben ihre Berechtigung in unserer Umwelt, Sie brauchen keine Jäger, die ihre Populationen regulieren, das können sie selbst, deutlich besser.
Ein junger, kräftiger Wal hat dieses Jahr unser Land in besonderer Art auf die existierenden Missstände aufmerksam gemacht.
Sein angstvolles Rufen konnte wochenlang die verhärteten Herzen der Verantwortlichen nicht bewegen, ihm aus seiner Lage zu helfen. Umweltministerium und sogenannte Experten wollten in qualvoll verenden lassen.
Immer mehr Meerestiere verenden in unseren Meeren durch Stellnetze, verloren gegangene Geisternetze, flüchten vor Unterwasserlärm, hochfrequentierten Schifffahrtstrassen in salzärmere Gewässer, die dem natürlichen Milieu nicht entsprechen, das sie zum Überleben bräuchten.
Verdient ein solches Ministerium die Bezeichnung Umweltministerium? Oder sind Umweltministerien in unserem Land nur Makulatur?

Wie kann es sein, dass das Machtstreben und die Geltungssucht von Regierungsmitgliedern, die ihr Handeln am Willen der Jägerschaft und Landwirtschaft ausrichten, an wirtschaftlichen Interessen von Agrarindustrie, Agrochemiekonzernen, Fischereibetrieben, unsere Natur unser Leben ungehindert in den Abgrund führt.
Das ist nicht mein Land, das ist nicht das Land, das ich für Generationen zurücklassen möchte.
Wenn wir diese Verantwortung nicht endlich annehmen, wird unsere von der Natur so vortrefflich regulierte Welt unweigerlich zugrunde gehen.




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